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Evangelium nac Markus

Das Markus-Evangelium ist das kürzeste der vier Evangelien im Neuen Testament und wird oft als das älteste angesehen. Es wird angenommen, dass es von Johannes Markus verfasst wurde, einem Begleiter des Apostels Petrus. Dieses Evangelium konzentriert sich stark auf die Taten und Wunder von Jesus Christus, weniger auf seine Lehren. Es beginnt mit der Taufe Jesu und führt den Leser durch sein öffentliches Wirken, seine Heilungen, Gleichnisse und schließlich seine Passion, Kreuzigung und Auferstehung. Markus legt besonderen Wert auf die Menschlichkeit und das Leiden Jesu, was dem Evangelium eine eindringliche und dynamische Erzählweise verleiht. Die Botschaft von Markus betont die Bedeutung des Glaubens und der Nachfolge Jesu, selbst in Zeiten der Verfolgung und des Zweifels. Es ist ein inspirierendes Werk, das die Kraft und das Mitgefühl Jesu Christi hervorhebt und die Leser dazu ermutigt, an ihrem Glauben festzuhalten. Das Evangelium endet mit der Verkündigung der Auferstehung, was den Sieg über den Tod und die Hoffnung auf ewiges Leben symbolisiert.
Markus-Evangelium - Vollständige theologische Auslegung aller 16 Kapitel

Das Markus-Evangelium

Eine vollständige theologische Auslegung aller 16 Kapitel mit ausführlichen exegetischen Kommentaren, historischem Kontext und praktischen Anwendungen für das heutige Glaubensleben

16 Kapitel - 678 Verse - Das älteste und dynamischste Evangelium

Umfassende Einführung in das Markus-Evangelium

Historischer und theologischer Kontext

Das Markus-Evangelium, das wahrscheinlich zwischen 65 und 70 n. Chr. entstand, ist das älteste der vier kanonischen Evangelien. Traditionell wird es Johannes Markus zugeschrieben, einem Mitarbeiter des Apostels Petrus und Begleiter des Paulus (Apg 12,12.25; 15,37-39; Kol 4,10; 2Tim 4,11; Phil 1,24). Die frühe kirchliche Überlieferung (bezeugt durch Papias von Hierapolis um 130 n. Chr.) berichtet, dass Markus die Predigten des Petrus in Rom aufzeichnete und für die dortige Gemeinde zusammenstellte.

Der Adressatenkreis besteht überwiegend aus Heidenchristen, was sich an der Erklärung jüdischer Bräuche (Mk 7,3-4), der Übersetzung aramäischer Begriffe (Mk 5,41; 7,34; 15,22) und der vergleichsweise knappen Behandlung alttestamentlicher Bezüge erkennen lässt. Der Entstehungsort ist wahrscheinlich Rom, was die lateinischen Lehnwörter (z.B. "Legion" in Mk 5,9, "Centurio" in Mk 15,39) und die besondere Betonung des Leidens erklären würde – ein für die unter Nero verfolgte römische Gemeinde relevantes Thema.

Historischer Hintergrund zur Entstehungszeit:

Die Abfassungszeit fällt in eine Phase schwerer Christenverfolgung unter Kaiser Nero (64 n. Chr.) und des Jüdischen Krieges (66-70 n. Chr.), der mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels endete. Diese Ereignisse prägen die Eschatologie und Leidensverkündigung des Evangeliums. Markus schreibt für eine Gemeinde, die selbst Verfolgung erlebt und Trost in der Tatsache findet, dass auch Jesus als der leidende Gottesknecht seinen Weg durch das Leiden zur Herrlichkeit ging.

Literarische und theologische Besonderheiten

Markus zeichnet sich durch einen dynamischen, handlungsorientierten Erzählstil aus. Das Adverb "e????" (euthys – sofort, sogleich) kommt 41-mal vor und verleiht dem Evangelium einen atemlosen Rhythmus. Jesus wird als handelnder, kraftvoller Sohn Gottes gezeigt, dessen Worte und Taten göttliche Vollmacht demonstrieren. Im Gegensatz zu Matthäus und Lukas fehlen bei Markus die Kindheitsgeschichte und viele Reden Jesu. Stattdessen konzentriert er sich auf die öffentliche Wirksamkeit Jesu von der Taufe bis zur Auferstehung.

Ein zentrales theologisches Motiv ist das sogenannte "Messiasgeheimnis" (W. Wrede, 1901): Jesus gebietet Dämonen (Mk 1,25.34; 3,12), Geheilten (Mk 1,44; 5,43; 7,36; 8,26) und Jüngern (Mk 8,30; 9,9), seine wahre Identität nicht preiszugeben. Dieses literarische Mittel dient dazu, das Missverständnis eines politisch-nationalistischen Messias zu vermeiden und die volle Offenbarung der Messianität Jesu erst im Licht von Kreuz und Auferstehung zu ermöglichen.

Theologische Hauptthemen:

  • Christologie: Jesus als leidender Menschensohn (Mk 8,31; 9,31; 10,33-34), Sohn Gottes (Mk 1,1.11; 9,7; 15,39) und gekreuzigter Christus (Mk 8,29; 14,61-62)
  • Jüngerschaft: Nachfolge als Weg der Selbstverleugnung, Kreuzesaufnahme und Dienstbereitschaft (Mk 8,34-38; 9,35; 10,42-45)
  • Reich Gottes: Die bereits angebrochene, aber noch nicht vollendete Königsherrschaft Gottes (Mk 1,15; 4,26-32; 9,1)
  • Kreuzestheologie: Der Tod Jesu als stellvertretendes Lösegeld für viele (Mk 10,45; 14,24)
  • Unverständnis der Jünger: Die langsame und mühsame Erkenntnis der Jünger, wer Jesus wirklich ist (Mk 4,13.40-41; 6,51-52; 8,14-21.32-33; 9,32; 10,32)

Struktur und Aufbau des Evangeliums

Markus gliedert sich in zwei Hauptteile, die durch das Messiasbekenntnis des Petrus (Mk 8,29) getrennt werden:

Teil I: Das Wirken Jesu in Galiläa und Umgebung (Mk 1,1-8,26)

In diesem Teil steht das öffentliche Wirken Jesu im Vordergrund: Berufung der Jünger, Lehre in Gleichnissen, zahlreiche Heilungen und Machttaten, wachsende Popularität bei der Menge, aber auch zunehmende Konflikte mit religiösen Autoritäten.

Wendepunkt: Das Messiasbekenntnis des Petrus (Mk 8,27-30)

Die entscheidende Frage Jesu: "Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei?" Die Antwort des Petrus: "Du bist der Christus!" markiert den theologischen Höhepunkt des ersten Teils.

Teil II: Der Weg nach Jerusalem und die Passion (Mk 8,31-16,8)

Nach dem Bekenntnis folgen drei Leidensankündigungen (Mk 8,31; 9,31; 10,33-34). Der Weg Jesu führt nach Jerusalem, wo Verurteilung, Kreuzigung und Auferstehung stattfinden. Dieser Teil konzentriert sich auf die Jüngerbelehrung über die wahre Natur der Messianität.

Eine alternative Gliederung teilt das Evangelium geographisch: Galiläa (1,1-8,21), der Weg nach Jerusalem (8,22-10,52), Jerusalem (11,1-13,37) und Passion/Auferstehung (14,1-16,8). Bemerkenswert ist die inclusio der beiden Blindenheilungen (Mk 8,22-26 und Mk 10,46-52), die das geistliche Sehenlernen der Jünger symbolisieren.

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Vollständige Übersicht aller 16 Kapitel

Markus-Evangelium - Vollständige theologische Auslegung

Eine exegetische und praktische Kommentierung für Theologiestudium, Predigtvorbereitung und persönliche Bibellese

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