Die Heilige Schrift ist wie ein spannendes Abenteuerbuch, das darauf wartet, von dir entdeckt zu werden! Sie ist voller faszinierender Geschichten, die nicht nur uralt, sondern auch heute noch relevant sind. Für Jugendliche bietet sie eine unglaubliche Quelle der Inspiration und Weisheit. Egal, ob du nach Antworten auf große Lebensfragen suchst oder einfach nur neugierig bist, was die Bibel zu bieten hat – hier bist du genau richtig! Jede Woche gibt es eine neue Predigt speziell für euch junge Entdecker. Lasst euch überraschen, wie viel Spaß es machen kann, die alten Texte mit neuen Augen zu sehen und zu erleben, wie sie in eurem Leben wirken können. Mach dich bereit für eine spannende Reise!

Licht nicht verstecken! - Predigt über Markus 4,21-25

Licht nicht verstecken!

Vom richtigen Hören und Weitergeben

1. Einleitung: Ein Bild, das jeder kennt

Stellt euch vor, ihr hättet ein neues, unglaublich cooles Handy. Die neuste Kamera, der schnellste Prozessor, ein Display, das bei Sonnenlicht noch perfekt zu sehen ist. Was würdet ihr damit machen? Würdet ihr es in die hinterste Ecke eures Zimmers verstecken und es nur heimlich im Dunkeln benutzen? Oder würdet ihr es überall mit hinnehmen, Fotos machen, damit arbeiten, die guten Apps nutzen und euch freuen, was alles damit möglich ist?

Diese Frage klingt absurd, oder? Genauso absurd fand Jesus die Vorstellung, dass man ein Licht anzündet, um es dann unter einen Eimer oder unters Bett zu stellen. Eine brennende Lampe stellt man auf den Lampenständer, damit sie den ganzen Raum erhellt. Das leuchtet ein – im wahrsten Sinne des Wortes.

Heute geht es in unserem Predigttext genau um dieses Bild und was es für unseren Glauben bedeutet. Jesus sagt diese Sätze direkt nachdem er das Gleichnis vom Sämann erzählt hat. Es geht um die Frage: Was machen wir mit dem, was wir von Gott hören und empfangen? Behalten wir es für uns oder lassen wir es wirken?

2. Auslegung: Drei klare Botschaften von Jesus

Unser Text aus Markus 4,21-25 ist kurz, aber kraftvoll. Jesus gibt hier drei zusammenhängende Botschaften, die uns heute noch direkt ansprechen.

2.1 Das Licht gehört nicht unter den Eimer (Verse 21-23)

"Holt man etwa eine Öllampe herbei, um sie dann unter einen Eimer oder unters Bett zu stellen? Im Gegenteil! Eine brennende Lampe stellt man auf den Lampenständer, damit sie den ganzen Raum erhellt."
Markus 4,21-23

Im historischen Kontext war eine Öllampe ein einfaches, aber lebenswichtiges Gerät – eine kleine Schale mit Öl und einem Docht, die nachts den einzigen Lichtschein in einem Raum spendete. Dieses Licht zu verstecken, wäre unsinnig und sogar gefährlich (Brandgefahr!). Jesus nutzt dieses Alltagsbild, um eine geistliche Wahrheit zu vermitteln.

Aber wer oder was ist diese Lampe? Einige Ausleger denken, dass Jesus hier zunächst von sich selbst spricht. Er ist das Licht, das in die Welt gekommen ist, und seine Botschaft soll nicht verborgen bleiben. Aber die Anwendung gilt auch für uns: Das, was wir von Jesus empfangen haben, ist nicht zum Verstecken da. Ein Glaube, der sich versteckt, ist wie ein Feuer, das erstickt wird.

2.2 Verborgenes wird ans Licht kommen (Verse 22-23)

"So soll alles, was jetzt noch verborgen ist, eines Tages ans Licht kommen, und was jetzt noch ein Geheimnis ist, soll jeder verstehen."
Markus 4,22-23

Diese Aussage kann tröstlich oder beunruhigend sein – je nachdem, was in unserem Leben im Verborgenen ist. Jesus verspricht hier eine endgültige Offenbarung. Die Geheimnisse des Reiches Gottes, die damals noch nicht allen verständlich waren, sollen bekannt werden.

Für uns heute bedeutet das: Wir können eine ehrliche Beziehung zu Gott führen. Wir müssen nichts verstecken oder vorspielen. Gott kennt uns sowieso durch und durch, und eines Tages wird alles ans Licht kommen. Das befreit uns davon, eine Fassade aufrechtzuerhalten.

2.3 Das Maß, mit dem wir messen (Verse 24-25)

"Achtet sorgfältig auf das, was ich euch sage! In dem Maß, wie ihr auf meine Worte hört, wird euch Gott Verständnis schenken, ja noch weit darüber hinaus. Denn wer meine Worte begreift, der wird noch mehr Einsicht bekommen. Doch wer sich dafür verschließt, dem wird selbst das Wenige, was er hat, noch genommen."
Markus 4,24-25

Hier wird ein geistliches Prinzip deutlich: Glaube wächst durch Gebrauch. Wer das Gehörte ernst nimmt, darüber nachdenkt und danach lebt, dem wird Gott mehr Verständnis und Einsicht schenken. Wer dagegen gleichgültig bleibt oder das Gehörte aktiv zurückweist, verliert sogar das wenige Verständnis, das er vielleicht hatte.

Jesus formuliert das etwas provokant: "Wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat." Das klingt unfair, aber es beschreibt eine geistliche Realität: Ein Muskel, der nicht benutzt wird, verkümmert. Eine Fähigkeit, die nicht geübt wird, geht verloren. So ist es auch mit dem Glauben.

3. Bezug zu unserer Lebenswirklichkeit

Was haben diese 2000 Jahre alten Worte mit unserem Alltag zu tun? Sehr viel! Schauen wir auf drei Bereiche:

3.1 Der Druck, sich anzupassen

Ihr kennt das: In der Schule, in der Ausbildung, an der Uni, in der Clique – oft gibt es einen enormen Druck, sich anzupassen, "normal" zu sein, nicht aufzufallen. Da kann es verlockend sein, den eigenen Glauben unter den Eimer zu stellen. Man spricht nicht darüber, was einem wichtig ist, man betet nicht in der Öffentlichkeit, man geht Kompromisse ein, um dazuzugehören.

Jesus sagt klar: Das Licht ist nicht zum Verstecken da! Das heißt nicht, dass wir anderen unseren Glauben aufdrängen sollen. Aber es heißt, dass wir nicht so tun sollen, als wäre unser Glaube unwichtig oder peinlich.

3.2 Die Fülle an Ablenkungen

Jesus sprach im Gleichnis vom Sämann von "Sorgen der Welt" und "Gier nach all den anderen Dingen", die das Wort Gottes ersticken. Heute haben wir mehr Ablenkungen denn je: Social Media, Streaming-Dienste, der ständige Druck zu optimieren und zu performen.

Da fällt es schwer, überhaupt noch "Ohren zum Hören" zu haben. Wir sind so beschäftigt mit Input, dass wir keine Kapazität mehr für die wirklich wichtigen Dinge haben. Jesu Ruf "Wer Ohren hat zum Hören, der höre!" ist heute aktueller denn je.

3.3 Die Sehnsucht nach Echtheit

Trotz aller Ablenkungen sehnen sich junge Menschen heute nach Echtheit, nach etwas, das Bestand hat. Die Vorstellung, dass "alles, was verborgen ist, ans Licht kommen soll", spricht diese Sehnsucht an. In einer Welt der Fassaden und Filter sehnen wir uns nach Wahrheit und Transparenz.

Unser Glaube bietet genau das: Die Möglichkeit, echt zu sein vor Gott und vor Menschen. Die Freiheit, nicht perfekt sein zu müssen. Die Gewissheit, dass am Ende alles ans Licht kommt und Gott alles ins Rechte bringt.

4. Praktische Konsequenzen: Wie leben wir das?

Wie können wir diese Worte Jesu konkret in unserem Leben umsetzen? Hier sind drei praktische Schritte:

Das Licht sichtbar machen – aber wie?

Das Licht nicht unter den Eimer stellen – das bedeutet nicht, dass wir mit der Bibel wedeln oder jeden bekehren müssen. Es bedeutet vielmehr:

  • Durch Taten sprechen: Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit
  • Bei passenden Gelegenheiten Worte finden: Wenn jemand nach unserem Hoffnungsgrund fragt
  • Prioritäten setzen: Wofür verwenden wir unsere Zeit und Energie?
Das rechte Hören üben

Jesus sagt: "Achtet sorgfältig auf das, was ich euch sage!" In einer lauten Welt müssen wir das Hören aktiv üben:

  • Zeit für Stille einplanen: Kein Handy, keine Musik – einfach still sein
  • Die Bibel meditieren: Langsam lesen und überlegen, was es für mich bedeutet
  • Gute Fragen stellen: Mit Gott ins Gespräch kommen
Den Glauben teilen, damit er wächst

"Wer hat, dem wird gegeben" – dieses Prinzip zeigt sich besonders, wenn wir unseren Glauben teilen:

  • In einer kleinen Gruppe mitmachen: Gemeinsam über den Glauben reden
  • Sorgen und Freuden teilen: Im Gebet füreinander einstehen
  • Mentor sein: Jüngeren im Glauben helfen

5. Schluss: Ihr seid das Licht!

Jesus hat einmal gesagt: "Ihr seid das Licht der Welt." Diese Worte gelten auch uns heute. Gott hat jedem von uns ein persönliches Licht anvertraut – Gaben, Erfahrungen mit ihm, Hoffnung, die andere brauchen können.

Dieses Licht ist nicht zum Verstecken da. Es ist dazu bestimmt, zu leuchten – in eurer Familie, in der Schule, an der Uni, am Arbeitsplatz, in euren Freundschaften. Nicht aufdringlich, aber sichtbar. Nicht perfekt, aber echt.

Vielleicht denkst du: "Mein Licht ist so klein, das macht keinen Unterschied." Jesus erzählt an anderer Stelle vom Senfkorn, dem kleinsten aller Samenkörner, das aber zu einer großen Pflanze wird. Auch ein kleines Licht vertreibt die Dunkelheit.

Gebet:
Gott, du hast uns dein Licht anvertraut. Hilf uns, es nicht unter den Eimer zu stellen, sondern mutig leuchten zu lassen. Gib uns Ohren, die wirklich hören, und Herzen, die bereit sind zu teilen. Und schenke uns die Gewissheit, dass alles, was jetzt noch verborgen ist, eines Tages in deinem Licht hell und klar dastehen wird. Amen.

Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.