Abendmahlsaal und das Abendmahl
Das Abendmahl ist die Begehung des Passafestes am ersten Tag der Ungesäuerten Brote von Jesus und seinen zwölf Jüngern, bevor Jesus direkt im Anschluß verhaftet und gekreuzigt wurde.
Es ist von größter Bedeutung, dass das Abendmahl im Kontext der christlichen Überlieferung als eine tiefgründige und heilige Handlung verstanden wird. Diese Handlung ist nicht nur ein bloßes Ritual, sondern vielmehr eine direkte Teilhabe am göttlichen Mysterium, das die Kernbotschaft des Evangeliums widerspiegelt.
Wie es in Matthäus 26,17-30 deutlich wird, ist das Abendmahl ein wundersames Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, das die Herzen der Gläubigen zu einer tiefen Meditation einlädt.Das Passafest, das Jesus mit seinen engsten Vertrauten feierte, markiert den Beginn eines neuen Bundes. Es wird erzählt, dass Jesus in Jerusalem in das Haus eines Mannes eintrat, den er durch seine göttliche Weisheit vorausgesagt hatte. Er sagte zu seinen Jüngern: „Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passafest mit meinen Jüngern feiern“ (Matthäus 26,18).
In einem bewegenden Akt des Teilens nahm Jesus während des Mahls das Brot, brach es und reichte es seinen Jüngern mit den Worten: „Nehmt, das ist mein Leib.“ Dies symbolisiert die Selbsthingabe Jesu und die Einladung, an seinem Leben und Leiden teilzuhaben. Gleichsam, als er den Kelch nahm und ihn seinen Jüngern reichte, sprach er: „Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird“ (Markus 14,24).
Hier wird das Blut Christi als Siegel des neuen Bundes verkündet, ein Opfer der Liebe und Vergebung, das die Menschheit erlöst.Diese heiligen Handlungen weisen auf die Verheißung hin, dass Jesus nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken wird, bis er es im Königreich Gottes von Neuem tut. Diese Zeilen künden von der Hoffnung auf das kommende Reich, in dem alle Dinge erneuert werden.Das Abendmahl ist somit mehr als ein Gedenken, es ist eine lebendige Teilnahme an der göttlichen Gnade, die unaufhörlich in die Gegenwart hineinragt und die Gläubigen ermutigt, in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes zu verbleiben. Es ist ein Ruf zu Einheit und Dienst, getragen von der unendlichen Liebe, die aus dem Opfertod Christi hervorgeht.
Die Vorbereitung des Paschamahls.
Es war am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, als das heilige Ritual der Schlachtung des Paschalammes bevorstand. Die Jünger, voller Hingabe und Eifer, wandten sich an Jesus:
„Meister, wo sollen wir das Paschamahl für dich bereiten?“ Und Jesus, in seiner allumfassenden Weisheit, sandte zwei seiner Jünger aus. „Geht“, sprach er, „in die Stadt. Ihr werdet einem Menschen begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm, bis er ein Haus betritt und sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister hat gefragt, wo der Raum sei, in dem er das Paschamahl mit seinen Jüngern einnehmen könne.“
Dieser Raum, ein großartiger Saal im Obergeschoss, war bereits festlich vorbereitet, eine stille Einladung zur Gemeinschaft und zum Gedenken. Die Jünger fanden alles so, wie es ihnen gesagt worden war, und bereiteten das heilige Mahl vor. Am Abend trat Jesus, der Sohn Gottes, mit den Zwölf ein. Während des Mahls offenbarte er eine tiefgreifende Wahrheit: „Amen, ich sage euch, einer von euch wird mich verraten, einer, der mit mir isst.“ Trauer überkam die Jünger, und einer nach dem anderen fragte: „Doch nicht ich?“ Jesus antwortete: „Einer von euch, die jetzt hier mit mir sind, wird in eine Schüssel mit mir eintunken.“ Dennoch war das Mahl ein Moment der Erneuerung und des unendlichen Bundes. Jesus nahm das Brot, brach es mit einem Lobpreis und sagte: „Dies ist mein Leib.“ Ebenso nahm er den Kelch, gab ihn den Jüngern und verkündete: „Dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“Nach dem Mahle und dem Lobgesang gingen sie hinaus zum Ölberg.
Jesus, wissend um das Schicksal, das alle erwartete, sprach: „Ihr werdet alle Anstoß nehmen. Denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen. Aber nach meiner Auferstehung werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.“
In dieser Stunde der Vorhersage wandte sich Petrus mit Nachdruck an Jesus: „Auch wenn alle Anstoß nehmen, ich nicht!“ Und Jesus offenbarte ihm die Wahrheit: „Heute, noch in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Doch Petrus, mit ganzem Herzen bei Jesus, beteuerte: „Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich nie verleugnen.“ So sprachen auch alle anderen.
Abendmahlssaal ist die traditionelle Bezeichnung für den Raum, in dem Jesus Christus in Jerusalem am Vorabend seines Todes mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert haben soll. Nach dem Bericht der drei Synoptiker war dies zugleich ein Pessachmahl.