Die unendlichen Liebe des Vaters
Die Geschichte von zwei Brüdern und der unendlichen Liebe des Vaters
Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt Geschichten, die berühren uns so tief, dass sie uns ein Leben lang begleiten. Die Geschichte vom verlorenen Sohn ist so eine Geschichte. Sie ist nicht nur ein Gleichnis aus der Bibel, sondern ein Spiegelbild unseres Lebens. Sie zeigt uns, wie wir uns manchmal verloren fühlen, wie wir Fehler machen, aber auch, wie Gott uns immer wieder mit offenen Armen empfängt.
Heute wollen wir diese Geschichte neu betrachten – mit zwei Brüdern, die uns vertraut vorkommen, und einem Vater, dessen Liebe uns zeigt, wer Gott wirklich ist.
Die zwei Brüder: Jonas und Thomas
Stellen Sie sich vor: Da ist Jonas, der jüngere Sohn. Er ist ungeduldig, voller Träume und Sehnsüchte. Er fühlt sich eingeengt in seinem Leben und beschließt, sein Erbe einzufordern und in die weite Welt zu ziehen. Er will Freiheit, Abenteuer und das Leben in vollen Zügen genießen. Doch bald merkt er, dass das Glück, das er suchte, nur eine Illusion war. Das Geld ist weg, die Freunde haben ihn verlassen, und er steht allein da – beschämt und gebrochen.
Dann ist da Thomas, der ältere Bruder. Er ist das Gegenteil von Jonas. Er bleibt zu Hause, arbeitet hart und erfüllt alle Pflichten. Doch in seinem Herzen wächst ein bitterer Keim. Er fühlt sich übersehen und ungerecht behandelt. Als Jonas zurückkehrt und der Vater ein Fest feiert, kann Thomas seine Enttäuschung nicht verbergen. „Ich habe immer alles richtig gemacht“, denkt er, „und doch wird der, der alles falsch gemacht hat, gefeiert?“
Beide Brüder sind uns vertraut. Jonas steht für diejenigen, die Fehler gemacht haben und nach Vergebung suchen. Thomas steht für diejenigen, die alles richtig machen wollen, aber dabei oft die Liebe und die Gnade aus den Augen verlieren.
Die unendliche Liebe des Vaters
Und dann ist da der Vater. Stellen Sie sich ihn vor: Ein Mann, der seinen Sohn Jonas loslässt, obwohl er weiß, dass dieser einen Fehler macht. Ein Mann, der jeden Tag an das Tor geht, in die Ferne blickt und auf die Rückkehr seines Sohnes hofft. Ein Mann, der, als er Jonas endlich sieht, ihm entgegenläuft, ihn in die Arme schließt und ein Fest feiert.
Der Vater in dieser Geschichte ist ein Bild Gottes. Er zeigt uns, was Gnade und Barmherzigkeit wirklich bedeuten. Gnade ist nicht etwas, was wir verdienen können. Sie ist ein Geschenk, das uns gegeben wird, selbst wenn wir es nicht verdient haben. Der Vater hätte Jonas zurechtweisen können, ihn bestrafen, ihn erst einmal „büßen“ lassen. Doch er tut nichts davon. Stattdessen umarmt er ihn, kleidet ihn neu und feiert seine Rückkehr.
Das ist die Liebe Gottes, liebe Leserinnen und Leser. Eine Liebe, die uns sucht, selbst wenn wir uns verloren haben. Eine Liebe, die uns annimmt, selbst wenn wir versagt haben. Eine Liebe, die uns feiert, selbst wenn wir nichts zu feiern verdient haben.
Die Herausforderung der Barmherzigkeit: Der ältere Bruder heute
Doch die Geschichte endet nicht mit der Rückkehr des verlorenen Sohnes. Sie endet mit dem älteren Bruder, der draußen steht, der sich weigert, an dem Fest teilzunehmen. Und hier liegt eine große Herausforderung für uns.
Thomas, der ältere Bruder, steht für diejenigen unter uns, die alles richtig machen wollen. Die hart arbeiten, die Regeln befolgen, die sich anstrengen. Und doch ist da oft ein Gefühl der Bitterkeit, der Ungerechtigkeit, der Enttäuschung. „Warum wird der gefeiert, der alles falsch gemacht hat? Warum wird mir nicht die Anerkennung gegeben, die ich verdiene?“
Diese Haltung, liebe Leserinnen und Leser, ist eine Gefahr für uns alle. Denn sie lässt uns die Gnade und die Barmherzigkeit Gottes vergessen. Sie lässt uns glauben, dass wir uns Gottes Liebe verdienen müssen. Doch die Wahrheit ist: Gottes Liebe ist ein Geschenk. Sie ist nicht etwas, was wir erarbeiten können.
Und hier liegt die Herausforderung: Können wir wie der Vater sein? Können wir denen vergeben, die uns verletzt haben? Können wir diejenigen willkommen heißen, die Fehler gemacht haben? Können wir uns mitfreuen, wenn andere gesegnet werden, auch wenn wir selbst uns übersehen fühlen?
Liebe Leserinnen und Leser, die Geschichte von den beiden Brüdern und dem Vater ist eine Einladung. Eine Einladung, die Gnade und Barmherzigkeit Gottes anzunehmen, selbst wenn wir uns wie Jonas verloren fühlen. Und sie ist eine Einladung, diese Gnade und Barmherzigkeit weiterzugeben, selbst wenn wir uns wie Thomas übersehen fühlen.
Gott läuft uns entgegen, egal wo wir stehen. Er umarmt uns, egal was wir getan haben. Und er feiert uns, egal wer wir sind. Das ist die gute Nachricht, die wir heute hören dürfen.
Möge diese Geschichte uns ermutigen, die Liebe des Vaters anzunehmen und sie an andere weiterzugeben.
Amen.
Weiterführende Gedanken:
- Haben Sie sich schon einmal wie Jonas oder Thomas gefühlt?
- Wie können wir die Liebe Gottes in unserem Alltag leben und weitergeben?
- Laden Sie uns ein, gemeinsam über diese Fragen nachzudenken und uns von der Liebe des Vaters verwandeln zu lassen.
Gottes Segen begleite Sie auf Ihrem Weg!