Vom Aschekreuz zur persönlichen Auferstehung

Vom Aschekreuz zur persönlichen Auferstehung – Christus lebt in dir heute

Am Aschermittwoch beginnt die österliche Bußzeit mit einem Zeichen der Demut und der Hoffnung: dem Aschenkreuz. Die Asche, gesegnet aus den Palmzweigen des Vorjahres, erinnert uns an unsere Vergänglichkeit – „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ (Genesis 3,19). Doch dieses Kreuz auf der Stirn ist mehr als ein Symbol der Vergänglichkeit; es ist der erste Schritt eines Weges, der uns vom Staub der Erde zur Herrlichkeit der Auferstehung führt. Es lädt uns ein, Altes loszulassen, um Neues zu empfangen – ein Ruf zur Umkehr, der nicht im Verharren endet, sondern in der Verheißung des Lebens durch Christus gipfelt.

Der Weg vom Aschekreuz zum leeren Grab am Ostermorgen ist ein Bild unseres eigenen Glaubensweges. In den 40 Tagen der Fastenzeit gehen wir mit Jesus durch die Wüste der Versuchungen, durch die Dunkelheit des Kreuzweges und schließlich ins Licht des Auferstandenen. Diese Zeit ist keine bloße Erinnerung an historische Ereignisse, sondern eine Einladung, „den alten Menschen abzulegen und in Christus ein neuer Mensch zu werden“ (vgl. 2 Korinther 5,17). Jeder Schritt der Entsagung, jedes Gebet, jede Tat der Barmherzigkeit ist ein Samenkorn der Auferstehung, das schon heute in uns keimen darf.

Was bedeutet dieser Weg für mich jetzt ? Die Osterbotschaft – „Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ – entfaltet ihre Kraft nicht erst am Ende der Zeit. Sie schenkt uns die Gewissheit, dass Gott selbst in unserem Staub das Leben berührt. Durch die Taufe sind wir bereits „mit Christus auferweckt“ und dazu berufen, „in der Neuheit des Lebens zu wandeln“ (Römer 6,4). Das bedeutet: Jeder Tag kann ein Ostertag sein, wenn wir uns dem Wirken Gottes öffnen. In Vergebung, in der Überwindung von Angst, in der Liebe zu den Schwachen wird die Auferstehung erfahrbar. Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Johannes 11,25 26). Dieser Glaube verwandelt selbst das Alltägliche in einen Raum der Gegenwart Gottes.

Lass dich heute fragen: Wo sehne ich mich nach Auferstehung? Vielleicht in einer erstarrten Beziehung, in innerer Müdigkeit oder in der Suche nach Sinn. Das Aschekreuz mahnt uns, diese Wunden nicht zu verdrängen, sondern sie im Gebet vor den Auferstandenen zu tragen. Denn er ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6), der uns hier und jetzt aus Gräbern der Hoffnungslosigkeit herausruft. Die Fastenzeit ist keine Zeit des Wartens, sondern des Wachsens – im Vertrauen, dass Gottes Verheißung nicht morgen, sondern heute beginnt.

So wird das Kreuz aus Asche zum Tor der Freude: Wir sind eingeladen, nicht nur am Ostersonntag, sondern in jedem Augenblick das Leben zu wählen – durch Christus, der in uns lebt, leidet und aufersteht. „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5). Möge diese Verheißung unser Herz verwandeln, bis auch wir im Alltag österliche Menschen werden: Menschen, die im Staub die Spur der Herrlichkeit erkennen und im Dunkel schon das Licht des kommenden Morgens preisen.

Amen.